Den Menschen soll es dufte gehen!
Für eine soziale Revolution!

Bald ist wieder der 1. Mai – genannt “Tag der Arbeit”. Und es gibt eine ganze Reihe von Dingen die uns im Bezug auf die Arbeit heute stinken. Deshalb würden wir gerne, wie sonst auch, diesen Tag nutzen, um unsere Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, vor allem aber unsere Kritik an der Lohnarbeit auf die Straße zu tragen. Dummerweise scheint es sich aber momentan zu etablieren, dass nationalistische Hampelmänner und -frauen den 1. Mai für ihre menschenverachtende Nazipropaganda missbrauchen. Da wir am 1. Mai 2011 den Naziaufmarsch verhindern werden, nutzen wir den Abend davor um mit euch für ein gutes Leben zu kämpfen!

Arbeit für alle? – Och nö!

Wir stellen fest: Der oft gebrauchte Zuruf “Geht doch erst mal Arbeiten!” meint nicht “Tut Euch mal was Gutes”. Erwerbsarbeit und alles was dahin führen soll, wie Schule, Ausbildung oder Uni sind für die allermeisten Menschen nichts Schönes, was sie für ihr Leben gerne machen. Arbeit für Geld bedeutet für die allermeisten Menschen hier einen Zwang. Ohne das Geld durch Erwerbsarbeit sind nur Reiche in der Lage an dem gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Hartz IV sichert zwar noch ein notdürftiges Überleben. Wer aber nur noch das hat, ist gesellschaftlich so gut wie ausgeschlossen, wird von Ämtern schickaniert oder leichter abgeschoben. Freiheit setzt in dieser Gesellschaft voraus Geld zu haben. Wer kein Geld hat, hat auch kaum noch Freiheiten – kann zwar noch das Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch nehmen, hat aber meist nicht mehr die Möglichkeit dem eine Wirkung zu geben.
Am Ende liegt die Entscheidung für Geld arbeiten zu können in den aller meisten Fällen nicht bei den Menschen selbst. Wer die Arbeitskraft verkaufen will, braucht Käufer_innen, die das Geld dafür haben. So sind diejenigen, die von der Arbeit ausgeschlossen bleiben, nicht “selbst Schuld” sondern werden aktiv an einer gesellschaftlichen Teilhabe gehindert. Ganz zu schweigen von denen, die es gar nicht schaffen, hier arbeiten zu können, wie jene, die in den Weltmeeren ertrinken weil sie nicht den richtigen Ausweis in der Tasche haben um legal zu reisen und legal hier zu arbeiten. Zwar nehmen europäische Politik und Wirtschaft Einfluss auf die globalen Verhältnisse und zwingen Menschen auch am hintersten Zipfel Afrikas in die Armut. Doch wenn diese Menschen sich auf den Weg machen dieser Armut zu entkommen, dann werden sie von erpressbaren Regimen, die gerne Europas Interessen gegen Geld wahrnehmen, in der Wüste ohne Wasser ausgesetzt.
Am Ende geht es nie darum, ob wir das tun, was wir für richtig halten oder was uns gar Spaß macht. So sollen wir in Schulen und Universitäten allerlei Unsinn lernen, der nicht, wie oft angenommen wird, notwendige Lebenshilfen bietet und der Selbstverwirklichung dient, sondern der Reproduktion der Verhältnisse.
Damit lernen wir aber die Welt in der wir leben so zu erhalten wie sie ist. Als Bewohner_innen ein und des selben Planeten, wirken sich Handlungen eines Menschen unmittelbar auf das Leben anderer Menschen aus. Wir sind also Teil des Ganzen, auch wenn wir uns gerne möglichst weit davon verabschieden würden und unabhängig – autonom – handeln würden.

Iieehh – Autonome

Autonome, das sind doch die, vor denen uns unsere Eltern/Lehrer_innen oder auch das Fernsehen immer gewarnt hat, oder? Es heißt doch ständig die wollten eh nur Steine schmeißen. Als Autonome vertreten wir zwar keine spezifizierbare Ideologie, sondern bedienen uns als Individuen dort wo es uns sinnvoll erscheint. Das dogmatische Getue, „die Wahrheit erkannt zu haben“ und deswegen die richtige Ideologie bzw. das richtige Patentrezept für eine bessere Welt zu kennen, überlassen wir gerne anderen. Aber wir sind der Überzeugung, dass der Mensch, für sein Handeln, das eben immer Folgen nach sich zieht, Verantwortung trägt. Deshalb wollen wir im hier und jetzt schon versuchen unser Ziel so weit wie möglich in dem was wir tun umzusetzen. Allen Menschen soll es dufte gehen – sorgen wir dafür – heute – morgen – hier – überall!

orang² otonom